Familienalltag
Hello Family Bloggerin Nadja

Der Geburtstagskuchen

Der Geburtstagskuchen ist wohl der zweitwichtigste Kuchen aller Kuchen und Torten und Cakes – gleich hinter der Hochzeitstorte. Er wird bejubelt und gefeiert. So ein Kuchen muss alle Erwartungen erfüllen. Kindergeburtstagskuchen umso mehr.

Motto-Kuchen sind voll im Trend

Motto-Gebäcke sind heute an Kindergeburtstagen gern gesehen und weit verbreitet. Ein Fussballfeld, eine Dinosaurierlandschaft, ein Zirkus, die Eisköniginnen-Crew oder Schmetterlinge – je nachdem was dem Kind so gefällt. Obschon so ein Geburtstagskuchen sehr viel Aufwand mit sich bringt, macht man es gerne, besonders der überschwappenden Kindesfreude wegen. Auch wenn es nach dem Kerzenausblasen und dem Happy Birthday-Singen immer etwas weh tut, das Wunderwerk mit einem grossen Messer anzuschneiden. Manche Torten sind wahre Kunstwerke, die man eingefroren in einer Vitrine aufbewahren sollte. Das Kind kümmert das allerdings nicht, es denkt nämlich nur ans Kuchen essen.

Einmal mussten wir die Familiengeburtstagsfeier unserer beiden Töchter aus terminlichen Gründen zusammenlegen. Daraus resultierte eine Einhorn-Geräteturnen-Torte. Netterweise brachte die mein Bruder mit. Die eine Seite war fein säuberlich ausgearbeitet mit einem Einhorn und Regenbogen und Glitzer für Kind eins. Die andere Seite war für Kind zwei in einem schlichten Turnhallengrün gehalten und stellte eine Turnerin dar, die ein Rad schlug. Unsere beiden Töchter waren völlig aus dem Häuschen und auch wir Erwachsenen waren entzückt von der Kreation. Ich selbst hätte mir das nicht zugetraut. So ein Kindergeburtstagskuchen würde mich zu viel Zeit und Nerven kosten, denn mir fehlen definitiv die nötige Fingerfertigkeit und das Talent dazu.

Ich hingegen halte es gerne einfach. Trotzdem finde ich, dass ein Geburtstagskuchen etwas Besonderes sein soll. Aus diesem Grund habe ich tatsächlich einmal aus einem leckeren Kuchen eine Einhorn-Torte gebastelt. Es war ein zaghafter erster Schritt und die vielen aufwendigen Deko-Ideen, die ich im Kopf hatte, liessen sich nur schwer umsetzen. Vielleicht wäre es mir mit der Zeit einfacher gefallen solche Kindergeburtstagskuchen zu kreieren. Ganz nach dem Motto: Schuster, bleib bei deinen Leisten, entschied ich mich jedoch bei zukünftigen Geburtstagen wieder auf einfachere Gebäcke zurückzugreifen. 

Auch Klassiker können überzeugen

Meine Leisten manifestieren sich in der Schwarzwäldertorte. Diese gelingt mir ganz gut, finde ich. Das beste an der Schwarzwäldertorte ist, dass sie nicht sehr aufwendig ist, ich mich nicht mit einem Teig rumschlagen muss und sie dennoch sehr lecker schmeckt. Richtige Konditoren würden zwar im Dreieck springen, wenn sie sehen würden, wie ich sie zubereite – vermutlich dürfte ich sie gar nicht Schwarzwäldertorte nennen. Aber hey, sie schmeckt lecker, sieht toll aus und ich habe sie innert einer angenehmen Frist fertig gestellt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch gleich gestehen, dass ich das Biskuit kaufe. Jawohl, ich stehe dazu. Ich verwende jeweils zwei Packungen, damit es eine richtig schöne, mehrstöckige Torte wird. Ein wenig protzen möchte ich schon. Und zwischen das Biskuit kommt eine grosszügige Schicht Rahm. Da meine Kinder im Sommer Geburtstag feiern, verwende ich jeweils frische Himbeeren. Die Torte ist ein echter Hingucker und der Besuch freut sich immer, dass keine Kirschen drin sind.

Eine Zeit lang habe ich an Geburtstagen auch fleissig Muffins gebacken und sie bunt verziert. Diese sind sehr praktisch und eignen sich gut, um sie an ein Fest ausser Haus oder in die Schule mitzunehmen. Einfach auch deshalb, weil sie auf dem Schulweg nicht so sehr zu Bruch gehen können, wie eine aufwändige Motto-Torte.

Für diejenigen, die den Aufwand lieber klein halten

Für diejenigen, die jedoch nicht gerne backen, habe ich einen kleinen, feinen Tipp: Ein halbes Weggli oder Mini-Hotdog-Brötchen mit einem Schoggistängel drin und zwei aufgeklebten Zuckeraugen – sieht herzig aus und gibt fast keine Arbeit.

Und wer sich irgendwas dazwischen wünscht, der backt einen einfachen Schokoladenkuchen mit Glasur und verziert ihn wild mit Fussbällen, Ballettschuhen, Dinosauriern, Zirkus-Utensilien oder Schmetterlingen aus Zucker oder Marzipan.

Tief in meinem Herzen denke ich, dass ein Geburtstagskuchen wirklich auch ganz einfach und simpel sein darf. Auch wenn er auf den ersten Blick nicht den gleichen Effekt auslöst wie ein Motto-Kuchen, ist es immer noch am wichtigsten, dass er schmeckt und ehrlich ist. Ein gutes Beispiel ist der Rüeblikuchen. In meinem Heimatkanton ist der Rüeblikuchen ein wahrer Klassiker – den kann man immer servieren, bei uns mögen den alle. Kindergeburtstage können nämlich auch ohne grossen kulinarischen Hingucker ein Erfolg sein. Das Unterhaltungsprogramm ist dann wieder eine andere Geschichte.

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