Suchtprävention: Was Eltern tun können

Internet, Handy, Glücksspiele, Alkohol, Rauchen … Viele Eltern fragen sich, was sie tun können, um ihr Kind vor Suchtmittelproblemen zu schützen – oder wie sie reagieren sollen, falls ihr Kind beispielsweise unablässig Games spielt.

Kinder stark machen

Vieles, was Sie in ihrem «normalen» Erziehungsalltag tun, wirkt auch suchtpräventiv: Ermutigen Sie Ihr Kind. Hören Sie ihm zu. Lassen Sie es spüren, dass es wertvoll ist. Zeigen Sie ihm, wie es gut mit Belastungen umgehen kann. Bringen Sie ihm bei, Impulse kontrollieren und Belohnungen aufschieben zu können. Dies alles macht ihr Kind stark. Dies alles ist auch Suchtprävention. 

Vorbild sein

Eltern sind Vorbilder, auch wenn es um Suchtmittelkonsum oder Mediennutzung geht. Ihr eigener genussorientierter, risikoarmer Konsum von Alkohol kann Ihr Kind positiv beeinflussen. Dasselbe gilt für eine geordnete, nicht ausufernde Medien- oder Handynutzung. Falls Sie rauchen, hilft es Ihrem Kind, wenn Sie sich selbstkritisch damit auseinandersetzen und zum Beispiel offen darüber sprechen, was Sie zum Rauchen gebracht hat. 

Wissen vermitteln

Informationen alleine reichen für eine gelingende Prävention natürlich nicht. Trotzdem ist es wichtig, dass Ihre Kinder die Risiken kennen, die ein Suchtmittelgebrauch mit sich bringt. Das gilt für den legalen Alkohol genauso wie für Drogen. Auch Wissen über Glücksspiele, Internetnutzung etc. gehört dazu. Begleiten Sie Ihr Kind altersangemessen dabei, sich zu informieren. 

Klare Haltungen vertreten

Eltern sollten ihre Haltung zu Suchtmitteln und Suchtmittelgebrauch klar vertreten und (soweit möglich) durchsetzen: Kein Alkoholkonsum vor 16 Jahren, kein Konsum von Tabak, Cannabis oder anderer illegaler Drogen. Und eine Mediennutzung, die ergänzend zu anderen Freizeitaktivitäten ist und diese nicht verdrängt. 

Die Beziehung pflegen

Ein Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Eltern ist sehr wichtig. Es ist Ergebnis des alltäglichen Erziehungsstils. Pflegen Sie den Dialog mit Ihrem Kind von klein an. Nehmen Sie es ernst. Fragen Sie es nach seiner Meinung. Ein Vertrauensverhältnis wird auch dann eine wichtige Rolle spielen, wenn Sie mit Ihrem Kind schwierigere Phasen erleben, etwa wenn ein Kind Cannabis konsumiert oder dauernd Games spielt. 

Reagieren bei Suchtmittelgebrauch oder Dauer-Gaming

Wenn Sie wegen eines Suchtmittelkonsums oder Verhaltens in Sorge sind, suchen Sie das Gespräch. So können Sie am besten herausfinden, was genau vor sich geht. Vertreten Sie klare Haltungen. Treffen Sie Abmachungen und bleiben Sie dran. Wenn sie verunsichert sind oder die Situation Besorgnis erregend ist, zögern Sie nicht, sich an eine Fachstelle zu wenden. Suchtberatungsstellen, Jugendberatungsstellen und Erziehungsberatungsstellen unterstützen Sie. 

Mehr Informationen und Kurzberatung

  • www.suchtschweiz.ch/eltern (Links zu Broschüren und Leitfäden)
  • Rufen Sie die Fachstelle Sucht Schweiz an, wenn Sie Fragen haben oder Rat brauchen. Die Fachstelle kann Ihnen dabei helfen, die nächsten Schritte zu planen. Telefon 0800 104 104.
Werbung